Ein Forschungsplan als Grafik zeigt, wie die Teile eines Projekts zusammenhängen und aufeinander aufbauen.
Im Fließtext lässt sich das kaum auf einen Blick erfassen. Gutachter lesen Anträge jedoch unter Zeitdruck. Die Abbildung des Forschungsplans ist oft das Erste, was sie ansehen, und das Letzte, was sie vor der Bewertung noch einmal prüfen. Eine gute Darstellung macht Ihren gesamten Plan in fünfzehn Sekunden nachvollziehbar. Eine schlechte — und das sind die meisten — verbindet lediglich Kästen mit Pfeilen und wiederholt die Überschriften der Forschungsziele, ohne neue Informationen zu liefern.

Was die Abbildung leisten soll
Sie dient weder als Dekoration noch als bloße Zusammenfassung. Sie vermittelt drei konkrete Informationen, die sich im Fließtext nur umständlich darstellen lassen:
- Abhängigkeiten. Welche Arbeiten erst beginnen können, wenn andere abgeschlossen sind.
- Zeitlicher Ablauf. Was in welchem Jahr oder welcher Phase geschieht und wo sich der Aufwand konzentriert.
- Risiken. Wo sich der Plan verzweigt, welches Kriterium die Entscheidung bestimmt und welche Ausweichlösung vorgesehen ist.
Jeden dieser Aspekte können Sie einzeln im Text erklären. Beschreiben Sie alle drei zugleich für sechs oder acht Arbeitspakete, entsteht jedoch ein Absatz, dessen Zusammenhänge niemand im Kopf behalten kann. Genau hier hilft eine Abbildung.
Tipp
Schreiben Sie vor dem Zeichnen für jedes Arbeitspaket einen Satz nach dem Muster: „X kann erst beginnen, wenn Y das Ergebnis Z geliefert hat.“ Gelingt Ihnen das nicht, löst auch eine Abbildung das Problem nicht — der Plan selbst ist noch zu ungenau.
Drei geeignete Layouts
Fast jede überzeugende Darstellung eines Forschungsplans folgt einem von drei Grundmustern. Wählen Sie danach, was die Gutachter vor allem erkennen müssen, nicht danach, was besonders eindrucksvoll aussieht.
| Layout | Zeigt besonders gut | Geeignet für | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Zeitachse / Gantt-Diagramm | Zeitplanung und Verteilung des Aufwands | Mehrjährige Projekte mit gestaffelten Ergebnissen | Logische Abhängigkeiten bleiben verborgen |
| Abhängigkeitsdiagramm | Welche Arbeit andere Arbeiten blockiert | Forschungsziele, deren Ergebnisse als Grundlage für weitere Ziele dienen | Der Zeitplan bleibt verborgen |
| Zielhierarchie | Den logischen Aufbau der Argumentation | Inhaltlich parallel angelegte Forschungsziele | Zeitplanung und Risiken bleiben verborgen |
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Werkzeug erkundenZeitachse
Arbeitspakete erscheinen als horizontale Balken entlang von Jahren oder Quartalen, Meilensteine als Markierungen. Dieses Layout erwarten Fördergeber bei Vorhaben mit gestaffelten Ergebnissen. Es ist außerdem das einzige der drei, das eine ungleiche Verteilung des Aufwands sichtbar macht: Ein Gutachter erkennt sofort, wenn das zweite Jahr überladen ist.
Ergänzen Sie bei Bedarf Pfeile zwischen den Balken, um Abhängigkeiten zu zeigen, aber gehen Sie sparsam damit um. Eine Zeitachse voller sich kreuzender Pfeile wird unlesbar. Dann ist ein Abhängigkeitsdiagramm die bessere Wahl.
Abhängigkeitsdiagramm
Die Knoten stehen für Arbeitspakete, die Verbindungen bedeuten „liefert die Grundlage für“. Dieses Layout passt, wenn das wissenschaftliche Risiko in der Abfolge liegt — etwa wenn Ziel 2 nur sinnvoll ist, sofern Ziel 1 ein bestimmtes Ergebnis liefert.
Der Vorteil: Der kritische Pfad wird unmittelbar sichtbar. Der Nachteil: Der zeitliche Maßstab fehlt. Ohne Beschriftung können Gutachter nicht erkennen, ob eine Verbindung für drei Wochen oder zwei Jahre steht.
Zielhierarchie
Von einem übergeordneten Ziel zweigen einzelne Forschungsziele ab, denen wiederum Teilaufgaben zugeordnet sind. Verwenden Sie dieses Layout, wenn die Ziele tatsächlich parallel angelegt sind und Sie ihre inhaltliche Abdeckung statt ihrer Reihenfolge zeigen möchten.
Es ist die schwächste der drei Varianten, weil es meist nur die Überschriften wiederholt. Einen Mehrwert bietet es erst, wenn jeder Zweig etwas zeigt, das in den Überschriften fehlt: die Methode, die Messgröße oder das erwartete Ergebnis.

Was Sie weglassen sollten
Das häufigste Problem ist keine hässliche Abbildung, sondern eine so überladene Darstellung, dass nichts mehr hervorsticht.
Woran die Darstellung eines Forschungsplans scheitert
Drei Fehler erklären die meisten schwachen Darstellungen. Keiner davon hat mit zeichnerischem Können zu tun.

So erstellen Sie die Abbildung
Die Reihenfolge ist wichtig, denn die meisten Entscheidungen fallen, bevor Sie ein Zeichenwerkzeug öffnen.
- Listen Sie die Arbeitspakete auf und benennen Sie für jedes eine Tätigkeit, eine Methode und eine Messgröße.
- Formulieren Sie die Abhängigkeiten als Sätze: „X kann erst beginnen, wenn Y das Ergebnis Z geliefert hat.“ Nur Verbindungen, auf die dieser Satz zutrifft, erhalten einen Pfeil.
- Wählen Sie das Layout aus der Tabelle oben danach, wo das Risiko liegt.
- Setzen Sie die Entscheidungspunkte ein. Schreiben Sie das Kriterium direkt in die Abbildung, statt es nur in der Bildunterschrift zu nennen.
- Zeichnen Sie einen Entwurf und entfernen Sie anschließend ein Drittel davon.
- Gleichen Sie ihn mit der endgültigen Textfassung ab: jede Zeitangabe, jede Zielnummer und jede Abhängigkeit.
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Kostenlos testenBewährte Darstellungsregeln
Die folgenden Hinweise sind keine Vorgaben eines Fördergebers. Gutachter sehen jedoch Tausende solcher Abbildungen und können vertraute Darstellungsformen schnell erfassen.
Die Zeit verläuft von links nach rechts. Abhängigkeitspfeile zeigen in Richtung des Ablaufs, niemals rückwärts. Die Zielnummern in der Abbildung stimmen einschließlich ihrer Reihenfolge genau mit denen im Text überein. Meilensteine erscheinen als Rauten oder Markierungen, nicht als weitere Kästen. Die Bildunterschrift beschreibt, was die Abbildung zeigt, nicht das Thema des Projekts.
Achten Sie darauf, dass die Abbildung in der tatsächlichen Druckgröße lesbar bleibt. Gutachter lesen oft auf Papier oder einem Tablet; ein Forschungsplan in Sieben-Punkt-Schrift wird nicht gelesen. Hier gelten dieselben typografischen Grundsätze wie für jede wissenschaftliche Abbildung. Sie sind sogar besonders wichtig, weil die Darstellung überwiegend aus Text besteht.

Weiterführende Artikel
Weiterführende Lektüre: How To Write Conceptual Framework, Abbildungen in eine Forschungsarbeit einfügen.



