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Leitfaden·

Okabe-Ito-Farbpalette: Alle Hex-Codes im Überblick

Die acht Okabe-Ito-Hex-Codes mit RGB-Werten, farbenblindenfreundlicher Reihenfolge sowie R-, Python- und CSS-Beispielen für wissenschaftliche Abbildungen.

SciFig Team
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Die okabe ito palette umfasst acht Farben mit geprüften, direkt kopierbaren Werten.

Die Okabe-Ito-Palette umfasst acht farbenblindenfreundliche Hex-Codes für wissenschaftliche Abbildungen.

Etwa jeder zwölfte Mann und jede zweihundertste Frau hat eine Form von Farbsehschwäche. Wenn Ihre Abbildung Informationen nur über Rot und Grün vermittelt, nimmt ein relevanter Teil Ihrer Leserschaft — einschließlich der Gutachtenden — etwas anderes wahr als beabsichtigt. Hier finden Sie deshalb alle Hex-Codes und RGB-Werte sowie Code, den Sie direkt in R, Python oder CSS übernehmen können.

Die acht Farben der Okabe-Ito-Palette als beschriftete Farbfelder mit dem jeweiligen Hex-Code darunter (mit SciFig erstellte Okabe-Ito-Farbtafel)
Die acht Farben der Okabe-Ito-Palette als beschriftete Farbfelder mit dem jeweiligen Hex-Code darunter (mit SciFig erstellte Okabe-Ito-Farbtafel)

Die Okabe-Ito-Palette: alle acht Hex-Codes

Die acht Farben der Okabe-Ito-Palette wurden so ausgewählt, dass sie auch bei Protanopie, Deuteranopie und Tritanopie unterscheidbar bleiben. Masataka Okabe und Kei Ito veröffentlichten sie im Rahmen ihrer Arbeit zu Color Universal Design. In den Lebenswissenschaften wurde die Palette durch Bang Wongs Kolumne in Nature Methods aus dem Jahr 2011 bekannt — daher begegnet Ihnen derselbe Farbsatz gelegentlich auch als Wong-Palette.
FarbeHexRGB
Orange#E69F00230, 159, 0
Himmelblau#56B4E986, 180, 233
Blaugrün#009E730, 158, 115
Gelb#F0E442240, 228, 66
Blau#0072B20, 114, 178
Zinnoberrot#D55E00213, 94, 0
Rötliches Violett#CC79A7204, 121, 167
Schwarz#0000000, 0, 0
Der Gelbton lautet #F0E442 — ein weiches, leicht entsättigtes Gelb. Diese Klarstellung ist wichtig, weil im Netz häufig falsche Werte kursieren. Reines Gelb (#FFFF00) gehört nicht zur Okabe-Ito-Palette. Mindestens ein verbreitetes R-Paket bietet außerdem optional eine „Amber“-Variante (#F5C710) als Ersatz für den Originalton an. Wer Werte aus einem beliebigen Blog statt aus einer Referenzimplementierung kopiert, verwendet daher schnell nicht mehr die veröffentlichte Palette.

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Warum diese acht Farben funktionieren

Eine Farbsehschwäche bedeutet nicht, „in Graustufen zu sehen“. Die häufigsten Formen stauchen eine bestimmte Achse des Farbraums: Farbtöne, die sich vor allem auf der Rot-Grün-Achse unterscheiden, rücken in der Wahrnehmung zusammen. Unterschiede in der Helligkeit und auf der Blau-Gelb-Achse bleiben dagegen eher erhalten.

Genau darauf ist der Okabe-Ito-Farbsatz abgestimmt. Benachbarte Farben unterscheiden sich nicht nur im Farbton, sondern auch in ihrer Helligkeit. Selbst wenn zwei Töne für eine Person ähnlicher wirken, lassen sie sich daher noch über ihre Helligkeit auseinanderhalten. Aus demselben Grund gehört Schwarz zur Palette: Es verankert den Helligkeitsbereich und bietet eine verlässliche Referenzkategorie.
Nebeneinander angeordnete Simulation eines Balkendiagramms in der Okabe-Ito-Palette bei Normalsicht, Protanopie, Deuteranopie und Tritanopie (mit SciFig erstellte Farbsehsimulation)
Nebeneinander angeordnete Simulation eines Balkendiagramms in der Okabe-Ito-Palette bei Normalsicht, Protanopie, Deuteranopie und Tritanopie (mit SciFig erstellte Farbsehsimulation)

Empfohlene Reihenfolge

Wenn Sie weniger als acht Farben benötigen, sollten Sie nicht einfach die ersten N Einträge der Tabelle übernehmen. Die folgende Reihenfolge hält die Farbabstände auch bei kleinen Gruppen möglichst groß:

  1. #0072B2 Blau
  2. #E69F00 Orange
  3. #009E73 Blaugrün
  4. #CC79A7 rötliches Violett
  5. #56B4E9 Himmelblau
  6. #D55E00 Zinnoberrot
  7. #F0E442 Gelb
  8. #000000 Schwarz

Blau und Orange stehen bewusst am Anfang: Dieses Paar bietet über alle Formen von Farbsehschwäche hinweg den robustesten Zweifarbenkontrast der Palette.

Code zum direkten Kopieren

R

okabe_ito <- c(
  "#E69F00", "#56B4E9", "#009E73", "#F0E442",
  "#0072B2", "#D55E00", "#CC79A7", "#000000"
)
# ggplot2
scale_colour_manual(values = okabe_ito)
Ab R 4.0 steht außerdem palette.colors(palette = "Okabe-Ito") direkt in Base R zur Verfügung. Unter Umständen müssen Sie die Werte also gar nicht fest im Code hinterlegen.

Python

OKABE_ITO = [
    "#E69F00", "#56B4E9", "#009E73", "#F0E442",
    "#0072B2", "#D55E00", "#CC79A7", "#000000",
]
import matplotlib as mpl
mpl.rcParams["axes.prop_cycle"] = mpl.cycler(color=OKABE_ITO)

CSS

:root {
  --oi-orange:         #E69F00;
  --oi-sky-blue:       #56B4E9;
  --oi-bluish-green:   #009E73;
  --oi-yellow:         #F0E442;
  --oi-blue:           #0072B2;
  --oi-vermilion:      #D55E00;
  --oi-reddish-purple: #CC79A7;
  --oi-black:          #000000;
}

Wo die Palette an ihre Grenzen stößt

Okabe-Ito ist eine qualitative Palette. Sie eignet sich für ungeordnete Kategorien wie Behandlungsgruppen, Arten oder Versuchsbedingungen. Für drei häufige Aufgaben ist sie hingegen nicht das richtige Werkzeug:
  • Geordnete oder kontinuierliche Daten. Verwenden Sie stattdessen eine wahrnehmungsuniforme sequenzielle Farbskala. Viridis ist dafür die übliche Wahl.
  • Divergierende Daten um einen Mittelpunkt. Wählen Sie eine divergierende Skala mit neutralem Zentrum, etwa RdBu von ColorBrewer.
  • Mehr als acht Kategorien. Wenn Sie mehr benötigen, hilft meist keine neunte Farbe. Strukturieren Sie die Abbildung stattdessen neu, beispielsweise durch Facettierung, Gruppierung oder direkte Beschriftungen.
Welche Art von Palette zu welchen Daten passt, zeigt unser Leitfaden zur Auswahl von Farbpaletten für wissenschaftliche Abbildungen anhand konkreter Beispiele für sequenzielle, divergierende und qualitative Skalen.
Gruppiertes Balkendiagramm und Streudiagramm in der Okabe-Ito-Palette mit direkten Beschriftungen statt einer Legende (mit SciFig erstellte Abbildung)
Gruppiertes Balkendiagramm und Streudiagramm in der Okabe-Ito-Palette mit direkten Beschriftungen statt einer Legende (mit SciFig erstellte Abbildung)
Dieselbe Okabe-Ito-Abbildung in Farbe und in Graustufen; hervorgehoben sind die weiterhin unterscheidbaren Farbpaare (mit SciFig erstellte Abbildung)
Dieselbe Okabe-Ito-Abbildung in Farbe und in Graustufen; hervorgehoben sind die weiterhin unterscheidbaren Farbpaare (mit SciFig erstellte Abbildung)

Häufige Fehler

Informationen nur über Farbe vermitteln. Selbst eine ideale Palette versagt im Graustufendruck und bei Monochromasie. Ergänzen Sie Farbe immer um einen zweiten visuellen Kanal, etwa Linienstil, Markersymbol, direkte Beschriftung oder Textur.
Gelb auf Weiß verwenden. #F0E442 hat auf weißem Hintergrund nur wenig Kontrast. Nutzen Sie den Ton für gefüllte Flächen mit Umriss, nicht für dünne Linien oder kleine Marker.
Von der Palette eine automatische Lösung erwarten. Eine überladene Abbildung mit acht überlappenden Datenreihen bleibt schwer lesbar, selbst wenn die Farben hervorragend gewählt sind. Barrierearme Farben sind eine Mindestanforderung, aber kein Ersatz für eine klare Struktur.

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Tipp

Prüfen statt vermuten: Lassen Sie Ihre Abbildung vor der Einreichung durch einen Farbseh-Simulator laufen und kontrollieren Sie sie einmal in Graustufen. Beides dauert weniger als eine Minute und deckt die meisten Probleme der Farbzugänglichkeit auf.

Weiterführende Artikel

Weiterführende Lektüre: Beste Farbpaletten für wissenschaftliche Abbildungen (2026), 5 häufige Fehler in wissenschaftlichen Abbildungen.

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